Sonntag, 13. November 2016

Meine #backtotheroots Reise nach Marokko: die Hinfahrt

Ihr wisst mittlerweile, dass ich aus Marokko komme. Das westlichste Land Nordafrikas, welches sowohl am Mittelmeer, als auch am Atlantik liegt, und durch die Meerenge von Gibraltar nur 14 km von Europa entfernt ist.

Als Kind bzw. Teenager sind wir regelmäßig alle zwei Jahre hingefahren, als Erwachsene habe ich diese Tradition etwas schweifen lassen. Aus verschiedenen Gründen war ich die letzten 7 Jahre nicht mehr in meiner Heimat, keine Frage, dass dieses Jahr die Reise oberste Priorität hatte.

Zum einen wollte ich meine lieben Verwandten wiedersehen, allen voran mein Opa, zum anderen wollte ich meinen Töchtern zeigen, wo ihre Wurzeln sind, wo sie herkommen. Und ganz nebenbei war ich sehr neugierig auf die Entwicklung, die das Land in den letzten Jahren durchgemacht hat. Zum Glück haben wir hier ein politisch stabiles Land, wirtschaftlich ist es im Aufschwung und zieht viele Investoren ins Land. Der Tourismus boomt, da wir trotz der ganzen Auffuhr in der arabischen Welt, ein recht sicheres Land ist. Ich wollte das ganze mit eigenen Augen sehen und eine Bestätigung bekommen, dass das, was wir in den letzten Monaten über Marokkaner in den Medien gehört haben, nicht Standard ist.

Wappen Marokkos

In meinem heutigen Post geht es um die Fahrt dorthin. Aber vorher möchte ich euch kurz einige Fakten zu meiner Heimat aufzählen:

  • Offizieller Name: Königreich Marokko (Al Mamlaka Al Maghribiya)
  • Lage: Nordwesten Afrikas, im Norden das Mittelmeer, im Westen der Atlantik, im Osten Algerien und im Süden Mauretanien
  • Hauptstadt: Rabat
  • ca 33 Mio. Einwohner
  • Landessprache: offiziell Arabisch, weitere Berberdialekte, Französisch ist als Geschäftssprache weit verbreitet; im Norden spricht man auch recht gut Spanisch
  • Religion: Islam
  • Unabhängig seit 1956 (nach einer kurzen Kolonialzeit)
  • Staatsoberhaupt: König Mohamed VI (seit 1999)
  • Regierungsform: Konstitutionelle Monarchie, Elemente parlamentarischer Demokratie; der König hat Vorrechte
  • Währung: Dirham (1 EUR = knapp 11 Dirham)

Das sollte vielleicht erst mal reichen, solltet ihr mehr Bedarf an Informationen zu und über Marokko haben, kann ich diesen Wunsch gerne aufgreifen. Gibt mir dann einfach in den Kommentaren Bescheid.

Los geht es mit der #backtotheroots Reise: Wir haben uns für eine Reise mit unserem Auto entschieden. Die knapp 3.000 km von Tür zur Tür sind viel, und zwei Tage Fahrt auch. Und wenn ihr uns für verrückt erklären möchtet, so kann ich euch doch beruhigen. Diese Hinfahrt gehört schon zum Urlaub, die Freude steigt mit jedem Kilometer und man bekommt Dinge zu sehen, die man nicht zu Gesicht bekommt, wenn man einfach ins Flugzeug steigt und drei Stunden später in einer anderen Welt wieder aussteigt.

Die letzten Tage vor der Reise waren richtig anstrengend, da musste das Gepäck für vier Personen für vier Wochen gepackt werden, das Auto musste vorbereitet werden, Proviant musste eingekauft werden und die Wohnung musste aufgeräumt werden (großes Dank an meine Mutter, die hier unterstützt hat).

Neben ausreichend Wasser für die ersten Stunden, gut eingepacktem Obst, ein paar Keksen und Muffins, Mini-Würstchen und Hähnchenbrustfiltets (angebraten - für Sandwiches) haben wir noch ein paar Süßigkeiten und Kaugummis eingepackt. Mehr braucht man gar nicht, da man auf der Strecke alles in den Raststätten bekommt. Ich gehöre nicht zu dem Typ Mensch, der Unmengen von Proviant einpackt und vielleicht etwas wegwerfen muss, weil die Kühlung nicht mehr so gut funktioniert oder es einfach nicht gegessen wird. Wenn ihr mehr dazu wissen möchtet, oder was sich in der Tasche meiner Töchter oder meiner eigenen "Kosmetiktasche" für die Fahrt befand, könnt ihr gerne Bescheid geben. Ich mache dann einen separaten Post daraus.

Abfahrt war dann am Samstag, 9. Juli 2016 um 5:30 Uhr morgens. Früher sind wir einfach nicht aus dem Bett gekommen. Ideal wäre es, wenn wir schon am Freitag hätten fahren können. Aber da haben wir noch fleißig gearbeitet :). 

Ca. 3 Stunden später waren wir dann an der belgisch-französischen Grenze (wir sind bei Aachen über die Grenze nach Belgien gefahren), wo uns der erste 4 km lange Stau erwartet hat. Aufgrund der besonderen Situation in Frankreich und dem bevorstehenden EM Finale wurden die Grenzen kontrolliert.


Der nächste Stau kam dann um 11:30 Uhr, als wir uns Paris näherten. Kein Wunder, Paris ohne Stau ist wie Weihnachten ohne Lebkuchen (was für ein Vergleich). Unsere Laune konnte nicht getrübt werden, auch wenn die Kids langsam fragen, wie lange es noch dauert. Diese hatten sich übrigens mit DVDs eingedeckt und so waren sie die Fahrt über gut mit Filme schauen beschäftigt :). Ich weiß, pädagogisch nicht besonders wertvoll, aber während so einer langen Reise doch Gold wert.




Am Nachmittag, zwischen Orleans und Tours, strahlte uns die Sonne bei wunderbaren 30° an. Auch die Vegetation ändert sich so langsam. Die flache Landschaft wird dürrer und trockener, die Weizenernte steht kurz bevor. Man kann das Auge schweifen lassen, wie es so schön heißt. Nach 13 Stunden Fahrt inkl. Pausen haben wir die ersten 1.000 km geschafft und das nächste Ziel liegt vor uns: Bordeaux.



Um uns herum nichts als Weinanbaugebiete. Auch Nadelbäume und Pappeln sieht man recht häufig. Sofort fällt mir Caudalie, meine Lieblings-Pflegemarke, ein und mein Eau de Beauté kommt direkt zum Einsatz.



Unser Ziel für den Abend ist es, ein Hotelzimmer zu finden, was uns zum Glück auch recht schnell gelungen ist.



Am nächsten Tag geht es um 6:30 Uhr weiter. Die Kids schlafen weiter und wir genießen die Landschaft, die so früh in Nebel getaucht ist. Und atmen die frische Luft, die nach Eukalyptus duftet, ein. 2 1/2 Stunden später finden wir uns in Spanien und in den Pyrenäen wieder. Die Fahrt durch das Baskenland bietet viel Grün, aber auch seltsam klingende Wörter. Die baskische Sprache sieht für mich aus, als hätte man lauter Buchstaben nach einem Zufallsprinzip aneinander gereiht.


Frühstück im Baskenland / Nordspanien
11:30 Uhr: wir verlassen das Baskenland, in der Landschaft dominieren nun erdfarbene Töne und immer wieder Gebirgszüge. Die Infrastruktur ist einfach top, wenn ich da an die Zeit, als ich noch ein kleines Kind war, zurückdenke, dann hat sich hier ein enormer Wandel vollzogen. Vorbei die Zeit von unbefestigten Serpentinen mit einem Abgrund, dass es einem schlecht wird.



Madrid lassen wir recht schnell hinter uns und erreichen gegen 18:00 Uhr die Weinanbaugebiete rund um Valdepenas. Die Sonne knallt mit 37° und wir sind froh, dass unsere Klimaanlage uns davon nichts spüren lässt. So sehr ich die Hitze liebe, bei einer so langen Fahrt ist es doch angenehm auf diese zurück zu greifen (auch wenn ich kein großer Fan von Klimaanlagen bin). Andalusien erreichen wir dann um 19:00 Uhr. Die Weinreben sieht man nicht mehr, dafür aber Olivenhaine. Schon eher was für mich :).

Unser erstes Schild, welches uns zeigt, dass wir auf der richtigen Route Richtung Marokko sind :)



Dieser Stier, Symbol Andalusiens, begegnet einem mindestens einmal auf der Strecke nach Marokko. So sind wir sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind ;)



Gazpacho

Die Nacht verpassen wir in einem Dorf bei Granada. Wir haben nach dem Abendessen, noch das EM Fußballfinale Frankreich : Portugal zusammen mit Spaniern angeschaut und sind dann müde ins Bett gefallen. Für die Anadalusier war der Tag aber noch lange nicht vorbei, bis tief in die Nacht saßen sie auf der Terrasse noch zusammen.









Die Fahrt geht am nächsten Tag (Montag) um 7:45 Uhr, nach einem Frühstück, weiter. Vor uns liegen Häuser im maurischen Stil und Olivenbäume. Die Landschaft ist eher dürr und immer wieder Gebirsgszüge, wenn auch nicht mehr so hoch. Das Meer (Mittelmeer) sehen wir zum ersten Mal auf unserer Reise um 9:00 Uhr, als wir Benalmádena erreichen.

Sonnenhut, Sonnebrille und bequeme Kleidung (Leinenhose und Baumwoll T-Shirt) gehören zu meiner Reiseausstattung in den Süden.



Die Fähre, die uns über die Straße von Gibraltar gebracht hat

Die Aufregung steigt und wir sind alle ganz hibbelig, als wir um halb 11 Algeciras erreichen, die Hafenstadt von der aus unsere Fähre nach Tanger (Marokko) geht. Wir haben unsere Fähre gerade verpasst, deshalb mussten wir auf die nächste warten. Was unserer Aufregung nicht gerade gut getan hat.


Ein Selfie von der Fähre ;)

Um 13 Uhr können wir dann endlich auf die Fähre und lassen das spanische Festland hinter uns. Es ist ein einfach unbeschreibliches Gefühl, wenn man zwischen den beiden Kontinenten fährt und man der Heimat immer näher kommt. Um 16 Uhr war es dann soweit, wir befahren zum ersten Mal nach langer Zeit marokkanischen Boden. Ein Glücksgefühl breitet sich aus, das Grinsen bekommen wir gar nicht aus dem Gesicht. Uns empfangen tolle 32 ° und sehr höfliche Grenzbeamte, die uns willkommen heißen.



Schnell verlassen wir den Hafen und durch die sehr gute Infrastruktur können wir direkt auf die Autobahn Richtung Fes fahren. Die trockene Landschaft mit ihrer roten afrikanischen Erde bietet immer wieder Grünflächen und zwischendurch sieht man, in der Nähe der Autobahn, Menschengruppen, die es sich mitten in der Landschaft bequem gemacht haben und die Zeit totschlagen.



Gegen 20 Uhr kommen wir endlich an unserem Ziel "Fes" an. Nach knapp 3.000 km und etwas mehr als 2 1/2 Tagen Fahrt sind wir ganz schön müde, aber auch glücklich :)

Happy Family

Wir haben unseren Spaß!!!
Ich werde hier erst mal einen Stopp machen und euch die verschiedenen Etappen in weiteren Post vorstellen. Ansonsten wird der Post einfach zu lang. 

Was sagt ihr zu unserer Fahrt? Wäre eine so lange Fahrt auch was für euch?

Kommentare:

  1. Hallo Mimi
    3000 Kilometer puh was für eine Zahl und Entfernung. Wäre das Fliegen nicht billiger gewesen? Ich kann mir dich gerade gut vorstellen, wie du damals gegrinst hast. Auf FB habe ich es ja verfolgt, deine Reise in dein Heimatland
    Liebe Grüße

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    1. Liebe Tanja,

      vielleicht wäre Fliegen billiger gewesen, aber dann hätte man noch den Mietwagen vor Ort dazu buchen müssen. Und so hatten wir unser Auto vor Ort. Die Fahrt war schon Teil der Reise und hat unsere Aufregung peu à peu steigen lassen :) Nur die Rückfahrt war blöd...

      LG
      Mimi

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  2. Interessant! Ich würde nie so eine lange Fahrt machen.

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    1. Danke Inge :) Die Fahrt war Bestandteil der Reise :)

      Liebe Grüße
      Mimi

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  3. Huhu!
    Also generell bin ich auch der Auto-Urlauber. Mein weitestes Ziel war bisher Rom, und das wäre jetzt die Hälfte Deiner Strecke. Das hat mir allerdings auch gereicht. Trotzdem finde ich Deinen Bericht superspannend. Eine süße Familie hast Du :-)
    Liebe Grüße
    Sunny

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    1. Danke dir liebe Sunny :) Das Kompliment habe ich auch an die Familie weitergegeben :)

      Die Hinfahrt bei solchen Reisen finde ich immer toll und spannend. Anders sieht es bei der Rückfahrt aus. Kennst du das auch?

      Liebe Grüße
      Mimi

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    2. Ja das stimmt, auf der Hinfahrt ist man noch voller Vorfreude und hungrig nach Neuem. Auf der Rückfahrt will man dagegen einfach nur noch zu Hause ankommen...
      LG

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